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EINE KURZE GESCHICHTE


Zu Beginn des 18. Jahrhunderts breitete sich in Europa und Amerika die "Große Erweckung" (Great Awakening) aus. Die Kirchen waren kalt und leblos geworden wie ihre steinernen Kathedralen, doch wachten viele ihrer Glieder auf und fingen an, sich mit geistlichen Themen zu beschäftigen. Überall wurden kleine Hauskreise gegründet, um die Heilige Schrift persönlich zu studieren.

Das späte 18. und frühe 19. Jahrhundert erlebte dann ein weltweites Wiederaufleben des Interesses an der biblischen Lehre der Wiederkunft Jesu. Viele Christen wurden durch ihr Studium der biblischen Prophezeiungen davon überzeugt, dass Christus bald wiederkommen würde.

William Miller (1782 - 1849) Um 1840 gab es in den USA eine Erweckung, die unter dem Namen "The Advent Awakening" bekannt wurde, weil das Bewusstsein der Wiederkunft Christi neu erwachte. Einer von ihnen war der Baptistenprediger William Miller. Er erwartete die Wiederkunft Christi für das Jahr 1844. Viele Mitglieder verschiedenster Kirchengemeinschaften schlossen sich der Bewegung an.

Die Endzeitbotschaft wurde durch Wanderprediger und später auch von einzelnen Gläubigen von Ort zu Ort und von Haus zu Haus verkündigt. Dabei setzten sie auch Traktate und Zeitschriften ein.

Je näher die vorausgesagte Zeit des Endes kam, desto grösser wurde die Spannung zwischen den etablierten Kirchen und den Anhängern Millers. Die Kirchen distanzierten sich immer mehr von den "Milleriten". Diese wiederum bezeichneten die Kirchen als "Babylon". Die neu entstandene Gruppe war bekannt unter den Namen "Millerbewegung" oder "Milleriten".

George Storrs (1796 - 1879) Das Jahr 1844 kam und verging. Und als das Ereignis der Wiederkunft Christi ausblieb, waren viele Anhänger enttäuscht und dem Spott ausgesetzt und wandten sich von der Bewegung ab. Die ganze Bewegung begann sich zu zersplittern.

Nach dieser großen Enttäuschung von 1844 hielten jedoch noch einige Gruppen von Milleriten an der baldigen Wiederkunft des Herrn fest. Eine dieser Gruppen war der Kreis um George Stetson und George Storr. Die Gemeinschaft nannte sich "Second Adventists".



George Stetson (1814 - 1879)

Es war um das Jahr 1869 als Charles Taze Russell mit dieser Gemeinschaft in Kontakt kam.

Er schrieb: "Anscheinend durch einen Zufall geriet ich eines Abends in ein staubiges, schmutziges Versammlungslokal, wo, wie ich gehört hatte, religiöse Zusammenkünfte abgehalten wurden, um zu sehen, ob die paar Leute, die sich dort versammelten, etwas Vernünftigeres zu bieten hätten als die Glaubensbekenntnisse der großen Kirchengemeinschaften. Dort hörte ich zum ersten Mal etwas über die Ansichten der Adventisten, und zwar von dem Prediger Jonas Wendell."

Nelson H. Barbour (1824 - 1905)

Um diese Zeit studierte Russell bereits mit seinem engsten Familienkreis und Freunden die Bibel. Sie entdeckten, dass viele der traditionellen Lehren, die sie gelehrt und geglaubt hatten, mit der Bibel nicht in Übereinstimmung waren. Angespornt durch diese neuen Erkenntnisse, vertiefte Russell sein Studium in der Heiligen Schrift.

1876 kam Charles T. Russell mit dem Adventisten Nelson Horatio Barbour in Kontakt. Russell beteiligte sich redaktionell und finanziell an der Zeitschrift "The Herald of the Morning" (Der Verkündiger des Morgens). Ein Jahr später wurde gemeinsam das Buch "Three Worlds and the Harvest of this World" (Drei Welten und die Ernte dieser Welt) veröffentlicht.

Charles Taze Russell (1852 - 1916) 1878 wurde die Zusammenarbeit durch theologische Differenzen geschwärzt. Ab 1879 veröffentlichte Russell daraufhin eine eigene Zeitschrift mit der Bezeichnung "Zion´s Watch Tower and Herald of Christ´s Presence" (Zions Wacht-Turm und Verkündiger der Gegenwart Christi). Nelson H. Barbour seinerseits veröffentlichte noch bis 1903 den "Herald".

Der Wachtturm zog schließlich die Aufmerksamkeit und Unterstützung von Vielen in Amerika und Europa an, die von den dargelegten Artikeln überzeugt wurden. Der Leserkreis wuchs rasch an. Zusammen bildeten die Gläubigen die Internationale Bibelforscher-Vereinigung (IBV), kurz "Bibelforscher" genannt.

1907 änderte Russell seine Lehre in Bezug der Kirche und des Neuen Bundes. Hatte er bisher angenommen, dass die Christen unter dem Neuen Bund stehen, so kam er nun zur Ansicht, dass Jesus nicht der Mittler der Gemeinde ist, ja dass die Gemeinde überhaupt nicht unter dem Neuen Bund steht, sondern dass der Neue Bund erst im messianischen Zeitalter wirksam wird und dieser dem natürlichen Israel gelte.

Eine Anzahl von treuen Christen lehnte diese und weitere neue Lehren energisch ab, damals darunter prominente Mitglieder der Bibelforscher, wie Ernest C. Henninges ( WT Zweigaufseher von Australien) und seine Frau Rose Ball (Pflegetochter von den Russells), Magaret Russell Land (Russells eigene Schwester), J. H Giesey (WT Vizepräsident), M. L. McPhail (reisender Aufseher aus Chicago).

Ernest C. Henninges (1869 - 1939) E. C. Henninges war der erste, der daraufhin einen langen Protestbrief an Russell schrieb. Zeitgleich veröffentlichten Geschwister aus der New Yorker Versammlung einen offenen Brief an alle Bibelforscher in den USA, die sich der Notwendigkeit bewußt waren, inmitten so mancher Versuchungen und Anfechtungen gegenüber der gegenwärtigen Wahrheit mit Festigkeit für den Herrn und sein Wort einzustehen: "an alle, die Jesus als ihren Mittler und Sein Blut des Neuen Bundes als die Grundlage der Gunst in diesem Evangeliumszeitalter wertschätzen." Russell wiederum reagierte scharf auf diese kritische Haltung und benutzte seine Stellung als gewählter Pastor der Internationalen Bibelforscher Vereinigung jegliche Gegnerschaft gegen seine neuen Lehren niederzuschlagen. So wurde schnell deutlich, dass es unmöglich war, die neue Lehre abzulehnen und gleichzeitig innerhalb der IBV zu bleiben; und die dissidenten Bibelforscher weigerten sich, ruhig zu bleiben.

Russell schien nicht wahrzunehmen, dass er sehr stark zu jenem Sektendenken beigetragen hatte, das er in seinen Anfangsjahren so sehr haßte, und dass er den Grund zu jener autoritären Haltung gelegt hatte, die nach seinem Tod ein so kennzeichnendes Charakteristikum der Wachtturm-Bewegung werden sollte. Innerhalb eines Jahres verließen etwa zehn Prozent der damaligen Bibelforscher-- darunter auch A. E. Williamson (ein Neffe von Russell) aus New York -- sowie der Großteil der Melbourner Versammlung und weitere Geschwister aus der ganzen Welt die Wachtturmgesellschaft.

Geatano Boccaccio (1906 - 1996) 1909 erkannten die Ausgeschiedenen die Notwendigkeit, dass sie sich vereinigen mussten und wurden fortan "Free Bible Students" (Freie Bibelforscher) genannt. In Australien wurde die "New Covenant Fellowship" gegründet. In Amerika die "New Covenant Believers".

1928 schloß sich schließlich eine weitere, eine vorwiegend aus italienischen Einwanderen bestehende Versammlung in Hartford (Connecticut/USA), unter der Mitwirkung von Geatano Boccaccio, einem Ältesten, den Freien Bibelforschern an und gründete das Missionswerk "Christian Millennial Fellowship", welche erstmals 1938 die Zeitschrift "The New Creation" in unregelmäßigen Abständen veröffentlichte, dann ab 1940 schließlich regelmäßig alle zwei Monate bis heute erscheint. Seither sind Freie Bibelgemeinden in mehr als 45 Ländern der Erde entstanden.

Entwicklung im deutschen Sprachraum
1928 gründete Brd. Conrad C. Binkele mit anderen die Gemeinschaft "Freie Bibelforscher-Vereinigung" (FBV) die im November 1933 unter dem Nationalsozialismus verboten wurde; die Eintragung wurde gelöscht. Viele Geschwister unserer Gemeinschaft kamen damals in die Konzentrationslager.

1948 erfolgte eine vereinsrechtliche Neugründung mit der Eintragung unter der Bezeichnung "Freie Bibelgemeinde" für die Gemeinschaft von Freien Christen. Die Gemeinschaft wuchs, Traktate und Broschüren wurden für die Verkündigung des Evangeliums veröffentlicht und jährliche Hauptversammlungen (zu Pfingsten) wurden regelmäßige Einrichtungen.

1989 fanden sich christliche Gemeindeleiter zusammen, die ein besonderes Anliegen für Gemeindegründungen in den deutsprachigen Ländern hatten. Da manche notvolle Entwicklungen in den einzelnen Bibelgemeinden vorherrschten, wollten sie auch neu entstehenden Gemeinden eine Hilfe bieten. Auf diese Weise entstand das "Missionswerk Bibelstudien-Vereinigung" (MBV). Das Missionswerk ist ein Zweig der Christian Discipling Ministries International (CDMI) aus den USA. Diese arbeitet weltweit mit allen unabhängigen Freien Bibelgemeinden zusammen.

Das Missionswerk versteht sich von Anfang an als eine Plattform, die Unterstützung bei Einzelnen und Gemeinden, des weiteren, Hilfestellung zur Gründung (und Aufbau) bibeltreuer Gemeinden geben will. Dazu dienen die Zeitschrift "Die Neue Schöpfung", verschiedene Broschüren und Traktate für die Verkündigung der guten Botschaft von Gottes Königreich.



 

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